Rosa Winkel

Vorstandsmitglied Joachim Stein (mitte) mit Landtagspräsidentin Muhterem Aras (links) und Janka Kluge (rechts) am 25.Januar 2019 nach der Gedenkstunde des Landtags von Baden-Württemberg für die Opfer des Nationalsozialismus im Foyer des Landtagsgebäude.
Foto: Andreas Kaier, Landtagspressestelle

Das Projekt Rosa Winkel widmet sich der Aufarbeitung Geschichte von LSBTTIQ Menschen in Deutschland mit besonderem Fokus auf die Verfolgung von Homosexuellen Männern* und Frauen* während des Nationalsozialismus. Die Weissenburg unterstützte von Beginn an die Erhaltung des Hotel Silber als Gedenk- und Geschichtsort und war Gründungsmitglied der Initiative Hotel Silber e.V.

Eine kleine Chronik der größten Highlights:

Aktuell arbeitet die Historikerin Claudia Weinschenk M.A. im Auftrag des Vereins an einer Dokumentation zur Auffindbarkeit von lesbischen Frauen in der NS-Zeit in Psychiatrieakten. Ein erstes Zwischenergebnis ist auf der Webseite des Hotels Silber veröffentlicht.

Am 24. Januar 2021 hat der Verein anlässlich des diesjährigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus eine virtuelle Buchbesprechung zu „Erinnern in Auschwitz – auch an sexuelle Minderheiten“ über die Schwierigkeiten des Gedenkens über homosexuelle Opfer des NS in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau durchgeführt. Die Gäste waren Dr. Anna Hájková und Dr. Lutz van Dijk, moderiert von Ute Reisner und Joachim Stein  Die Veranstaltung ist auf unserem Youtube-Kanal dokumentiert.

Mit Hilfe einer Projektfinanzierung des Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg und der Initiative Hotel Silber e.V. konnte in Kooperation mit Rosa Hilfe Freiburg eine Webseite erstellt werden, die ca. 350 Opferschicksale überwiegend schwuler Männer aus Baden-Württemberg dokumentiert:

www.der-liebe-wegen.org

Es finden sich dort auch zahlreiche Grußworte zur Veröffentlichung der Seite im Jahr 2017. So schreibt beispielsweise Manne Lucha, seit 2016 Minister für Soziales und Integration in Baden-Württemberg:

„Mit der Website „Der Liebe wegen“ wurde mithilfe zahlreicher Engagierter eine Plattform geschaffen, die den Opfern ein Gesicht und eine Stimme gibt. Die Seite stellt schonungslos dar, was mit den Menschen geschah, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und ihrer geschlechtlichen Identität nicht in das nationalsozialistische Weltbild passten. Sie ist damit ein wertvoller Baustein bei der umfassenden Aufarbeitung dieser dunklen Vergangenheit. „Der Liebe wegen“ dient ebenso dem Gedenken an die Opfer wie auch als Mahnung gegen Hass, Menschenfeindlichkeit und Homo- und Transphobie. Dafür bin ich in diesen Zeiten besonders dankbar.“

Inspiriert von „Der Liebe wegen“ befasst sich ein weiteres Webseite-Projekt mit verschwundenen und historischen Orten der LSBTTIQ Community, in Stuttgart: www.derliebewege.de
Ein Projekt des Weissenburg e.V. unter der Leitung des Künster*innen Kollektivs Polychrom, Lena Fritschle und Philine Pastenaci, gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung. Die Website wurde im Frühjahr 2021 durch Thomas Leuthold umgestaltet, diese wurde ermöglicht durch eine Förderung des Fonds Soziokultur.

Der Verein war wesentlich für die Gestaltung der Gedenkstunde des Landtags von Baden-Württemberg für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus am 25. Januar 2019 verantwortlich. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung findet sich hier, in der Mediathek des Landtag Baden-Württemberg, die Broschüre zur Veranstaltung in der unter anderem das Grußwort von Joachim Stein, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands nachzulesen ist hier.

Teil der Gedenkstunde war die Performance „Es ist, was es ist – ein auditivperformatives Gedenken“
Konzept: Philine Pastenaci, Lena Fritschle, Heisam Abbas, Hannah Ebenau
Mit: Vava Vilde, Rachel Intervention und Jugendlichen der Initiativgruppe Homosexualität Stuttgart e.V
Foto: Andreas Kaier, Landtagspressestelle

4. und 5. Oktober 2019: Öffentliche Fachtagung zur vielfältigen LSBTTIQ-Geschichte: „Zukunft braucht Erinnerung“ des Forums Homosexualität und Geschichte im deutschsprachigen Raum gemeinsam mit dem Hotel Silber. Hier das Programm und ein Rückblick.

2015 Mitorganisation beim Stillen Gedenken des Deutschen Evangelischen Kirchentags.

2013 Fachtagung zur NS-Verfolgung von lsbttiq, gemeinsam mit mit der Landeszentrale für politische Bildung.

2010 Ausstellung zur Verfolgung homosexueller Männer gemeinsam mit dem Stadtarchiv im Rathaus.

Einweihung der Gedenktafel am Gebäude des ehemaligen Hotel Silber in der Dorotheenstr. 10 am 17.07.2012
Foto: Sven Tröndle